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Fahrschul-Anmeldung |
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Zu allererst muss man sich bei einer Fahrschule anmelden und einen
Ausbildungs- vertrag unterschreiben, damit kommen dann schonmal
Anmeldegebühren auf einen zu. Der Vertrag muss sein wegen der
Versicherung, wenn beim Fahren etwas passiert.
Mit meiner Fahrschule hatte ich vereinbart,
dass ich erstmal ein paar Fahrstunden nehme und falls ich dabei feststelle,
dass das alles nichts fuer mich ist, dann bekaeme ich die Anmeldegebühr
wieder zurück. Im Zweifel nachfragen!
Zur Wahl der Fahrschule: Ich hatte mir per Internet die Kosten bei den
einzelnen Schulen rausgesucht und war erstaunt, wie gross die Unterschiede doch
waren. Ich habe den kostengünstigsten und mir bekanntesten Anbieter
gewählt (man sieht die Wagen ständig in der Stadt), weil ich mir
dachte, die haben viele Schüler und werden also auch dementsprechend viele
durch die Prüfung bringen.
Ob dieser Gedankengang so zutreffend sein muss,
steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt, aber ich habe jetzt meinen
Lappen und das ist, was für mich zählt! Zudem habe ich auch schon
einen weiteren schwulen Biker kennengelernt, der auch bei denen war. :)
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Führerschein-Antrag |
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Das nächste, was dann ganz wichtig ist, wenn man sich klar ist,
dass man den Lappen machen will: so schnell wie möglich den Antrag auf den
Führerschein abgeben! In Frankfurt stellt man den im Bürgeramt der
Stadt Frankfurt.
Ab diesem Zeitpunkt sind 'die Papiere' auf dem
Weg durch die Bürokratie und erst wenn 'die Papiere' wieder da sind, kann
man sich überhaupt erst zur theoretischen oder pratkischen Prüfung
anmelden.
Bei mir hat das Bearbeiten der Papiere 6
Wochen gedauert und erst NACH diesen 6 Wochen konnte ich mich zur theoretischen
Prüfung anmelden.
Was braucht man für den Antrag: Einen
aktuellen Sehtest (nicht Älter als zwei Jahre glaube ich) und wer noch
keinen Auto-Führerschein hat, braucht auch noch eine Bescheinigung
über die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs! |
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Theorie-Unterricht |
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Das nächste was man machen muss, sind die Theorie-Stunden
'absitzen'.
Wer einen Auto-Führerschein besitzt, muss
6 Stunden aus dem 'normalen' Repertoire hören, wo auch die ganzen
17-jährigen Kinder drin sitzen und wo man all das hört, was man schon
längst wieder vergessen hat.
Wer den Auto-Lappen noch nicht hat, muss alle
12 Theorie-Themen hören.
Dazu kommen noch 4 Stunden Motorrad-Theorie,
die dann mal wirklich interessant sind!
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Theorie-Bögen |
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Desweiteren kann man sich die Theorie-Bögen für die
'normale' und die Motorrad-Theorie zulegen und die zuhause durcharbeiten (ich
empfehle es auf JEDEN FALL!!!).
Wer den Auto-Führerschein schon gemacht
hat, wird sich bereits dran erinnern: es geht hier 'nur' ums Auswendiglernen
der Fragen, die in der Prüfung dran kommen können, damit man so wenig
Fehlerpunkte wie möglich macht. Ohne diese Bögen hätte ich die
Theorie bestimmt nicht bestanden! |
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Fahrstunden |
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Und dann kommen wir zum wirklich netten Teil: Motorrad-Fahren!
Offiziell muss man 12 Pflichtstunden absolvieren: 5 Autobahn, 4 Überland
und 3 Nachtfahrten.
So ganz getan ist es damit allerdings
natürlich nicht, der Fahrlehrer entscheidet, ab wann man fit für den
Strassenverkehr ist, am Anfang fährt man also erstmal nur 'auf dem Platz',
bei mir war der Platz vor der Eissporthalle.
Und natürlich entscheidet auch der
Prüfer, ab wann man bereit für die Prüfung ist.
Zudem muss man bei der praktischen
Prüfung eine Reihe von Fahraufgaben absolvieren, die auch trainiert werden
wollen. Hat man diese nicht in den normalen Fahrstunden absolviert, kommen
diese Übungsstunden noch dazu!
Nun mal Tacheles:
Die ersten zwei Doppelstunden habe ich mit
meinem Fahrlehrer auf dem Platz erstmal das Motorrad und das Fahren
kennengelernt. Kurven fahren, Anfahren, Anhalten, Maschine wenden, Schalten,
Bremsen ... alles ziemlich basic, aber nötig, wenn man den Frankfurter
Stadtverkehr kennt.
Die nächsten zwei Doppelstunden ist mein
Fahrlehrer mit mir durch den Stadtverkehr gefahren, ohne sie als Pflichtstunden
zu werten, was ärgerlich war, aber na gut. Da ging es dann um Vorfahrt
beachten, Anfahren und schauen, ob ich dem Strassenverkehr gewachsen bin. Diese
vier Stunden hätte man sich in meinen Augen auch sparen können.
Danach habe ich mit meinem Fahrlehrer die 12
Pflichtstunden absolviert, bei denen dann das Fahren von mal zu mal besser
wurde.
Zum Schluss kamen die Übungsstunden
für die Fahraufgaben der praktischen Prüfung. Das hat länger
gedauert, als ich gedacht hätte. Dafür habe ich nochmal 7 Fahrstunden
gebraucht.
Die Aufgaben sind:
Slalom in Schrittgeschwindigkeit, zwei Slaloms
bei 30kmh mit verschiedenen Abständen der Pylone, einem Hindernis
ausweichen mit und ohne Abbremsen, eine Vollbremsung aus 50kmh, eine Strecke in
Schrittgeschwindigkeit fahren und Stop-and-Go-Fahren (das heisst: Anfahren,
Abbremsen, Fuss links absetzen, Anfahren, Abbremsen, Fuss rechts absetzen,
Anfahren, Abbremsen, Fuss links absetzen, Anfahren, Abbremsen, Fuss rechts
absetzen).
Die schwierigste Übung dabei ist der
Slalom in Schrittgeschwindigkeit, weil man ständig Angst hat zu schnell zu
fahren, oder aber Hinzufallen, weil man zu langsam fährt.
Mich hat es dabei zweimal mit dem Bike hingeschmissen, einmal hab ich den
Lenkhebel dabei gefetzt, aber es kam kein negativer Kommentar meines
Fahrlehrers sondern beruhigende Worte.
Was besonders ärgerlich war: mich hat es in der vorletzten Stunde vor
meiner Prüfung wieder auf den Boden gelegt, weil ich einfach beim
Schrittslalom zum Stehenbleiben die Vorderrad-Bremse gezogen habe.
Ganz böse Falle, die Maschine macht nen Ruck nach vorne, bekommt einen
Impuls zum Kippen, den man auch kaum noch mit den Füssen auffangen kann
und schon liegt man unter dem Bike.
Erst der Tipp mich beim Fahren etwas weiter nach vorne zu beugen, damit meine
Arme etwas geknickter und somit mehr Spiel zum Lenken da ist, hat mir den
Schrittslalom etwas einfacher gemacht. |
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Theorie-Prüfung |
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Nachdem ich die Bögen alle mindestens dreimal durchgemacht
hatte und die fehleranfälligen Fragen bis zu 6 mal, war ich mir bei der
Prüfung ziemlich sicher. Man bekommt einen Bogen 'normale' Theorie und
einen Bogen Motorrad-Theorie.
Man darf, glaub ich, nicht mehr als 6
Fehlerpunkte machen, aber nachdem ich die Bögen förmlich selbst schon
hätte niederschreiben können, war das kindereinfach! Für die
Theorie kann man Lernen! Für die praktische braucht man einfach
Übung! ... und Glück! |
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Praktische Prüfung |
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Kleiner Tip am Rande: die praktische Prüfung kann
frühestens zwei Wochen NACH der theoretischen Prüfung erfolgen
(zumindest wars bei meiner Fahrschule so), klärt also möglichst
früh mit Eurem Fahrlehrer und der Fahrschule, wie der Fahrplan für
die gesamte Ausbildung sein sollte, wann, wo, wieviele Fahrstunden gemacht
werden und wie die Prüfungstermine liegen ... nur so kommt ihr wirklich
ohne Unterbrechungen und ohne viel Zeitverlust zu Eurem Lappen.
Ich wurde zusammen mit einem anderen
geprüft, wir sind mit dem Fahrlehrer eine halbe Stunde vorher zum Platz
gefahren und haben eben die ganzen Übungen nochmal abgefahren, damit wir
beide wieder ein Gefühl fürs Fahren kriegen, bevor wir jedoch alles
einmal probiert hatten, war der Prüfer schon da.
Na gut ... ich hab die Übungen angefangen
und alles hat direkt beim ersten Versuch geklappt (man darf jede Übung
einmal verpatzen und hat einen zweiten Versuch), auch wenn ich bei der
Vollbremsung wohl etwas zögerlich war. Der Prüfer war gnädig.
Dann hat mein Prüfungskollege den
Parcours abgelegt und auch bei dem klappte das einwandfrei, obwohl er noch
nervöser war als ich.
Dann hat der andere die Strecke gefahren und musste mega viel 30er Zone durch
Preungesheim fahren und ich dachte schon 'Oh Gott, wird das anstrengend!'
Als wir das Motorrad wechselten fing es gerade an zu nieseln und als ich dann
fuhr, regnete es richtig. :(
Ich fuhr das Bike zurück zur Autobahn (A661) Auffahrt Bonames und stand
dann im Stau bei Stop-and-Go hinter einem LKW und konnte den Hagel auf mich
niederlassen gehen.
Der Prüfer war sehr gnädig und hat mich direkt bis zur Friedberger
Ldstr. fahren lassen und die Maschine direkt wieder zur Fahrschule zurück,
weil er mich wohl nicht so nass fahren lassen mochte.
Also hatte ich Glück, eine sehr einfache Fahrt (vom Regen und Hagel mal
abgesehen) und da der Prüfer bei einem Fehler meinerseits mal kräftig
die Augen zudrückte, habe ich den Lappen doch bekommen.
Glück gehabt!!! |
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Ausrüstung |
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Stichwort: Handschuhe, Helm, Klamotten: Also die meisten Fahrschulen
werden Helme oder vielleicht sogar auch Jacken und Handschuhe haben, die sie
Euch für die ersten Fahrten leihen können (Nachfragen!), aber im
Grunde will man sich das dann natürlich schon lieber selber kaufen, als so
ein versifftes Zeug ...
Also ich hatte das Glück, daß mir ein Freund erstmal einen Helm und
eine einfache Lederkombi leihen konnte, die für die ersten Fahrten okay
war.
Ich hab mir jedoch schnell einen eigenen Helm und eine ordentliche Lederkombi
mit ordentlichen Protektoren gekauft, da ich bei einem etwaigen Sturz
bestmöglich geschützt sein wollte.
Das kostet natürlich auch was. Da kann ich in Frankfurt nur Louis
empfehlen (ein Geschäft für Motorrad-Bedarf), da bekommt man viele
Sachen ziemlich kostengünstig!
Empfehlenswert ist auch der Louis-Resteshop direkt nebenan, da bekam ich meine
Lederkombi 50% runtergesetzt. :-) |
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Kosten |
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Was habe ich jetzt also insgesamt für meinen Motorrad-Führerschein
ausgegeben und welche Folgekosten ergeben sich noch durch das
Motorrad-Fahren? |
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Stadt
Ffm |
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6,00
€ |
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Sehtest |
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43,00 € |
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Führerscheinantrag
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Fahrschule |
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129,00 € |
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Grund-/
Anmeldegebühr |
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25,00 € |
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Theoriebögen |
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468,00 € |
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12 Sonderfahrten
a 39.- |
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493,00 € |
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17
Übungsfahrten a 29.- |
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60,00 € |
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Theorieprüfungsgebühr |
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200,00 € |
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Praxisprüfungsgebühr
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Ausrüstung |
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9,95
€ |
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Nierengurt |
|
19,95 € |
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Handschuhe |
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59,95 € |
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Stiefel |
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16,95 € |
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Regenkombi |
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435,90 € |
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Helm (Helme gibt
es auch für weniger Geld, mir passte halt der nunmal am besten, muss jeder
selbst ausprobieren!) |
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299,95 € |
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Lederkombi
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Zulassung, Versicherung und Steuer |
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32,40 € |
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Zulassung und
Kennzeichen fürs Motorrad |
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140,00 € |
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jährlichMotorrad-Haftpflicht bei der DA-Direkt |
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ca
50 € |
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jährlich
Steuern für ein 600ccm Bike
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Motorrad |
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ca
3500€
bis 7000 € |
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Typische
Einsteiger-Bikes sind Motoräder mit 600 ccm Hubraum. Es gibt eigentlich
alle Arten, also Enduro-, Sportler- oder klassische Naked-Bikes in dieser
Klasse. Neu oder Gebraucht hängt vom Geldbeutel ab. Wer Bares hat, kann
günstig eine gute Gebrauchte kaufen. Neue Maschinen werden heute über
die Händler mit erstaunlichen Finanzierungen angeboten, das hängt
aber immer vom Modell und vom Hersteller ab! |
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