Welches
Motorrad passt zu mir?
Chopper oder Supersportler? Crosser oder Luxustourer? Es gibt mittlerweile
kaum eine Marktlücke, die nicht geschlossen ist.
Das richtige Motorrad zu finden ist demnach auch eine nicht ganz einfache
Angelegenheit. Es gibt mehrere Möglichkeiten, sich seinem Traum-Motorrad zu
nähern.
Da gibt es zunächst den "Speed-Junkie", der sein
Motorrad nach Leistung, Durchzug und Hubraum wählt.
Der "Vernünftige" wertet Testberichte aus und schätzt 20 kg mehr Zuladung, die
er zwar nie braucht, höher ein als 20 km/h mehr an Endgeschwindigkeit.
Der "Poser" überlegt sich: Auf welchem Motorrad sehe ich am besten aus?
Und der "Technik-Freak" lässt sich durch Einarmschwinge, Telelever oder
Dioden-Rücklicht beeindrucken.
Hier zeigt sich schon, wie sehr ein Motorrad auch Ausdruck eines Lebensgefühls ist. Um mit
seinem Motorrad aber wirklich glücklich zu werden reicht es kaum aus, zu wissen, dass es das
schnellste ist, schön aussieht oder möglicherweise auch die Sahara durchqueren
könnte. Die Kunst bei der Wahl liegt wohl darin, den richtigen Kompromiss zwischen
Identifikation, Alltagstauglichkeit und eigenem Fahrstil zu finden, sonst bleibt der Spaß
schnell auf der Strecke.
Wir wollen folgend ein paar Eigenarten der jeweiligen Modellgruppen aufführen, die vielleicht
bei der Entscheidung helfen können.
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Cruiser / Chopper: |
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Viele träumen von
der großen Freiheit auf einer Harley, von der Route 66 und von Sonnenuntergängen
über dem Monument Valley. Außerdem passen zu diesen schicken Cruisern so tolle Klamotten
wie geschnürte Lederhosen und Westen. Ist also der Cruiser das Objekt der Begierde, so muss
der Interessent sich darüber klar werden, dass deutsche Landstraßen nicht nur geradeaus
führen und Touren über die oftmals schmalen Landstraßen dem Cruiserfahrer einiges
abverlangen. Begrenzte Schräglagenfreiheit und oft nur sehr mäßige Fahrwerke machen
aus dem erwarteten entspannten Cruisen schnell ein hartes Stück Arbeit. Besonders in Kurven
mit schlechtem Straßenbelag will das Cruiserfahren gelernt sein.
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Sportler: |
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Eine enge und bunte
Rennkombi macht ja schon eine Menge her und 280 km/h im Fahrzeugschein ist so schnell nicht zu
überbieten. Doch auch hier gilt: Wie viele Rennstrecken gibt es in der Umgebung? Und wie lange
kann ich in der oftmals sehr zusammengefalteten Haltung auf dem Bike aushalten? Die Knie schmerzen
schnell und auch die Handgelenke melden sich schon nach kurzer Zeit. Wer an eine Urlaubstour auf
einer solchen Maschine denkt, sollte über seine Leidensfähigkeit nochmals genauer
nachdenken. Und Kofferträger passen an eine Yamaha R1 oder eine Honda CBR 900 RR wohl auch
nicht so recht!
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Reise-Enduro: |
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Kaum jemand fährt
mit den heutigen Enduros noch wirklich in richtiges Gelände, aber zum Reisen bieten diese
Gefährte eine Menge Vorteile. Man sitzt bequem, kann gut was zuladen und braucht vor
schlechten Straßen keine Bange zu haben. Und montierte Alu-Kisten statt Koffer sehen doch
wirklich mords nach Globetrotter aus. Wo ist der Haken? Zunächst machen diese Teile nun mal
nicht die beste Figur vor der Eisdiele und für kleine Fahrer sind die meisten Reise-Enduros
aufgrund ihrer ansehnlichen Sitzhöhe leider tabu (In der Sahara gibt's leider keine Bordsteine
zum Abstützen).
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Tourer: |
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Manches Auto wird ob der
Features dieser rollenden Einbauküchen neidisch: Navigationssystem, CD-Player und ein Cockpit
wie im Flugzeug. Hier heißt das große Aber neben dem stattlichen Preis: Man muss diese
Monster auch handhaben können. Beim Rangieren hilft zwar oft eine Rückfahrhilfe, aber das
ändert nichts an der Tatsache, dass oft über 300 kg bewegt und gehalten werden
müssen. Für flottes Kurvenräubern haben diese Schiffe naturgemäß auch
wenig übrig. Sie sind also in der Regel nichts für den schnellen Spaß nach
Feierabend.
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Naked Bikes / Allrounder:
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Ist dies denn nun der
Stein der Weisen? Offen gesagt: Für die meisten Fälle wahrscheinlich ja. Diese Bikes
bieten meist den besten Kompromiss aus Sportlichkeit und Alltagsnutzen, sind oft narrensicher im
Fahrverhalten und können auch auf einer längeren Tour überzeugen. Zumindest, wenn
man einen Windschutz montiert hat. Sonst geht einem bei längeren Etappen bei höherer
Geschwindigkeit im wahrsten Sinne des Wortes die Luft aus.
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Ist aber nun ein
Allrounder mit Windschutz das Bike der Bikes?
Mitnichten, denn mal abgesehen vom reinen Vernunftmenschen - der
wahrscheinlich ohnehin nicht Motorrad fährt - spielen beim Motorrad eben doch die Emotionen
eine starke Rolle. Man sollte sich nur darüber klar werden, ob man die Nachteile eines Modells
trotzdem in Kauf nehmen will oder kann. Zu schnell bleibt sonst der Spaß am Fahren auf der
Strecke.
An Probefahrten führt also auch kein Weg vorbei und man tut gut daran, auch mal ein Bike zu
versuchen, welches man aus dem Prospekt heraus nicht in die engere Wahl gezogen hätte.
Gemessen an einem guten Allrounder lässt sich am ehesten erfahren, welche Eigenheiten das
Objekt der Begierde entfaltet.
Wer aber sein Bike wirklich liebt, der wird mit seinen Schwächen leben können, sie
vielleicht sogar lieben (Ducatisti wissen da sicher einiges zu erzählen...).
Gewarnt sei aber vor dem Kauf aus reinen Imagegründen: Zu schnell stellt man fest, dass man
einfach nicht der ist, der man gerne sein möchte. Deswegen sollte immer das Fahren im
Vordergrund stehen, und Spaß am Motorradfahren ist auch alleine Grund genug, egal wie die
Maschine aussieht oder welcher Klientel sie schmeichelt.
Bei "VOLLESROHR" werden sehr unterschiedliche Maschinen gefahren. Schaue einfach
mal unter "Biker" nach, wer was fährt und frag einfach mal nach den jeweiligen
Erfahrungen. Viele werden natürlich von ihrem Bike als dem Maß der Dinge schwärmen,
aber Du wirst auch erfahren, warum das für jeden persönlich so ist. |
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