Tipps zum Helmkauf:

Es gibt heute eine nahezu unüberschaubare Auswahl an Helmen für jeden Anwendungszweck, jeden Geldbeutel und Geschmack.
Grundsätzlich kann man sicher sagen, dass materialtechnisch jeder Helm seiner Aufgabe, den Kopf zu schützen, gerecht werden kann. Bis auf wenige Ausnahmen tragen auch alle das ECE-Prüfzeichen.


{short description of image} Jet- oder Integralhelm?
Soll der Schutz im Vordergrund stehen, so ist der Integralhelm immer die bessere Wahl. Erfahrungen aus dem Rettungsdienst haben gezeigt, dass zwar auch ein Jet-Helm gut vor Kopfverletzungen schützen kann, aber das Gesicht oft bei Stürzen in Mitleidenschaft gezogen wird, was durch einen Integralhelm hätte verhindert werden können.

Einen für manche Zwecke recht brauchbaren Kompromiss bieten die Klapphelme, bei welchen das gesamte Kinnteil inklusive Visier nach oben geklappt werden kann. Diese Varianten erlauben einfacheres Auf- und Absetzen sowie die Zigaretten- oder Kartenlesenpause, ohne den Helm abzunehmen.

Die folgenden Zeilen beschäftigen sich des besseren Schutzes wegen mit dem Integralhelm.


{short description of image} Passform:
Der wichtigste Aspekt bei der Wahl des richtigen Helms ist die Passform.

Und hier wird es schwierig, denn die verschiedenen Hersteller haben trotz gleicher Größe unterschiedliche Passformen. Um für den eigenen Kopf den richtigen Helm zu finden braucht man also eine gute Auswahl und viel Zeit. Der Helm sollte - insbesondere der neue Helm - recht stramm um den ganzen Kopf sitzen, darf aber nicht drücken. Das gilt auch für den Kinnriemen.

Beim Kopfschütteln sollte der Helm nicht die Position verändern. Die Wangenpolster sollten nicht zu stramm sein. Das kann man testen mit Kaubewegungen. Sitzt das Polster zu eng, beißt man sich auf die Innenseite der Wange.

Lass Dich - gerade wenn es Dein erster Helm ist - nicht dadurch schrecken, dass der Helm, der zwar gut passt, sich unter Umständen nur schwer auf- und absetzen lässt. Das kann man üben. Und: Ein kleines bisschen passt sich der Helm auch noch dem Kopf an. Ich selbst habe mir anfangs beim Auf- und Absetzen des Helms fast die Ohren abgerissen und wollte ursprünglich auch ein ganz anderes Modell haben - aus optischen Gründen. Ich habe aber meine Wahl nicht bereut, da mir mein Helm auch nach längerem Tragen nicht unangenehm wird. Und das ist allemal wichtiger, als die schicke Optik.



Details, auf die man achten sollte....

{short description of image} Verschlüsse:
Derzeit kann man zwischen drei Verschlussvarianten des Kinnriehmens unterscheiden. Zunächst das einfache Drucktastenschloss. Hat den Vorteil, dass man den Kinnriemen sehr leicht öffnen und schließen kann. Größere Sicherheit bietet der Doppel-D-Verschluss. Das Gefummel muß man aber mögen, und mit Handschuhen ist's unmöglich. Letztlich gibt es noch eine Klappvariante beispielsweise von Schuberth. Hier wird das untere vordere sichelförmige Rahmenteil des Integralhelmes zur Seite weggedreht, man setzt den Helm auf und dreht das Teil einfach wieder zu.


{short description of image} Visiere:
Auch hier verfolgen die Hersteller sehr unterschiedliche Philosophien. Wichtig ist, dass man das geschlossene Visier auch mit Handschuhe leicht und sicher öffnen kann. Praktisch sind auch Visiermechaniken, die durch Rastungen verschiedene Öffnungszustände zulassen. Auch sollte man darauf achten, ob sich das Visier einfach ohne Werkzeug austauschen lässt.

Es gibt dann auch unterschiedlich stark getönte Visiere. Dabei ist darauf zu achten, dass die Tönung bei Sonnenschein sehr angenehm ist aber schon in der Dämmerung zu einer Verengung (Tunneleffekt) des Sichtfeldes führen kann. Von stark getönten und verspiegelten Visieren ist eindeutig abzuraten.


{short description of image} Materialien:
Grundsätzlich unterscheidet man zwei verschiedene Arten, die teureren Duroplaste (Carbon, Kevlar, Fiberglas, oft durch Füllstoffe wie Glas- oder Kohlefasern verstärkt) und Thermoplaste (verschiedene Polycarbonate). Duroplaste sind oft schwerer und aufgrund der aufwändigen Herstellung meist deutlich teurer. Der Vorteil liegt in der extremen Belastbarkeit. Thermoplaste erreichen nicht ganz diese Stabilität, können aber im Spritzgussverfahren hergestellt werden und sind damit deutlich günstiger.


{short description of image} Belüftung:
Nahezu alle Integralhelme bieten mehr oder minder sinnvolle Belüftungssysteme. Als Auswahlkriterium ist das eher zu vernachlässigen.

Ich hatte noch keinen Helm der bei Regen oder Kälte nicht beschlagen hätte. Letztlich hängt das aber auch von deinem Motorrad ab. Bei einer Touren-Scheibe wird der Helm nicht so von der Luft umströmt wie bei einem Naked-Bike und die Lüftungssysteme können dann vielleicht ihre Aufgabe nicht erfüllen, dafür kannst du immer mit geöffnetem Visier fahren.


{short description of image} Brillenträger:
Achte darauf, ob Du durch das geöffnete Visier die Brille gut auf- und absetzen kannst und ob die Bügel nicht drücken.


{short description of image} Innenpolsterung:
Schön ist es, wenn man die Innenpolsterung entfernen oder austauschen kann. Das erleichtert die Reinigung erheblich.


{short description of image} Preis:
Eine Empfehlung kann man da wohl nicht geben, aber teurer ist nicht grundsätzlich besser. Der Sitz des Helms muss den Ausschlag geben und da sollte man dann nicht kleinlich sein, wenn ein Modell für 100,- Mark mehr einfach besser zum Kopf passt.


{short description of image} Probefahrt:
Am besten ist natürlich, den Helm auch mal "probezufahren". Dabei lassen sich die wesentlichsten Punkte überprüfen. So merkt man sehr schnell, wenn der Helm zu eng sitzt, man kann die Funktion der Belüftungsysteme testen und schliesslich auch die Lautstärke des Helmes auf dem eigenen Motorrad erleben.